Webshop / Website erstellen – diese 8 Dinge müsst ihr beachten

Liebe Kunden: Dieser Bereich richtet sich auch an Kursteilnehmer, Blogger und andere Lernwillige welche über Google zu uns kommen. Aus diesem Grund verwenden wir hier „Ihr/Euch“ statt dem sonst üblichen „Sie“. Das ist unter Bloggern üblich und erleichtert den Lesefluss.

Warum eine (WordPress) Website nicht schnell gemacht ist.

 

(Hinweis für unsere Kunden: Es ist gut, alle Details zu kennen, aber um die Technik müsst ihr euch nicht kümmern. Das machen wir für euch.)

 

Alles zum Thema Website erstellen: Egal, ob es sich um eine WordPress Website, ein anderes CMS (=Website, die man ohne Programmierkenntnisse anpassen kann) oder eine statische Website handelt: Es gibt ein paar wesentlich Dinge, die ihr beachten müsst. Wir haben versucht, diese auf so wenig Punkte wie möglich, aber so viele wie nötig, herunterzubrechen. Diese Anleitung gilt natürlich großteils auch für Webshops.

1. Planung & Konzeption, Inhalt, (responsive) Design

Planung ist wichtig. Punkt. Die vier Bereiche „Planung, Konzeption, Inhalt, Design“ gehören für mich in eine Gruppe, da eines in das andere greift.

 

Responsive Design steht für Websites, die auf jedem Gerät (Smartphone, Tablet, PC) optimal dargestellt werden. Um es kurz machen: Ohne diese Funktion geht es heute nicht mehr. Anbieter, die euch davon abraten, sind unseriös. Seit November 2016 verfolgt Google den „Mobile First“-Ansatz und wertet Websites ab, die nicht für Handy & Co optimiert sind.

 

Überlegt euch zuerst, was ihr präsentieren wollt und wie ihr das tun möchtet. Wer ist eure Zielgruppe? Gibt es ein Corporate Design, das einzuhalten ist? Soll die Website eher graphisch oder textlastig sein? Ist euch ein gutes Design wichtiger als eine gute Indexierung durch Suchmaschinen? Für Suchmaschinen ist das geschriebene Wort wichtig. Gerade im graphischen oder künstlerischen Bereich tun wir uns allerdings oft schwer, unsere Kunden von längeren Texten zu überzeugen. Wir raten euch, die Texte mindestens genauso ernst zu nehmen, wie die Bildwelt.

 

Zum Thema Texte: Gerade kleinere Unternehmen tendieren dazu, Texte entweder schnell runterzutippen, oder den Dienstleister (der die Website erstellt) damit  zu beauftragen. Tut das nicht! Nehmt euch im Vorfeld die Zeit, euer Angebot bestmöglich zu beschreiben. Seht euch an, wie es eure Mitbewerber machen, aber kopiert sie nicht. Hebt euch ab!

 

Sind alle Inhalte geklärt, geht es an die Konzeption. Wie soll die Struktur der Website sein? Wie soll der User auf der Website navigieren? Gibt es ein Standard-Menü, oder möchtet ihr etwas Ausgefallenes?

 

Möchtet ihr mit einem Baukastensystem arbeiten? Kann das von euch ausgewählte System alles, was ihr braucht? – Auch zukünftig? Es macht keinen Sinn, während des Projekts von vorne zu beginnen und das System/CMS zu wechseln.

 

Wichtig: Viele Baukastensysteme sind in ihrer Funktionalität stark eingeschränkt. Andere sichern sich das Copyright an euren Inhalten. Das ist ein absolutes No-Go und oft rechtlich problematisch, wenn ihr im Kundenauftrag handelt oder selbst nur eingeschränkte Nutzungsrechte habt. Lest unbedingt die AGB des Anbieters, gerade die großen und bekannten Systeme arbeiten mit solchen Mitteln. Denkt daran: Wer nichts (wenig) zahlt, zahlt mit seinen Daten.

 

Und noch wichtiger: Sucht euch einen Partner, der euch nicht von seinem System abhängig macht! Bei Baukästen seid ihr das zu 100%. Auch viele Dienstleister bieten eigene Systeme an, die einen Wechsel unmöglich machen. Oft sind das gerade bekannte Unternehmen, die euch zuerst mit günstigen Preisen locken und danach für immer an sich binden.

2. Lesbarkeit & Barrierefreiheit, Suchmaschinenoptimierung

Diese drei Punkte passen auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen. Richtig? Falsch. Die Zeiten der Suchmaschinentricks sind vorbei.

 

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist keine Geheimwissenschaft mehr. Alles was zählt sind Inhalte. Gute Inhalte. Google hat jeweils 2011 und 2012 ein Update seines Algorithmus gemacht, welches Texte auf Inhalt, Qualität und Lesbarkeit analysiert und gleichzeitig Trickserei bestraft.

 

Content is King. Geschriebene Inhalte sind wichtig, diese Tatsache kann man nicht oft genug hervorheben. Die Texte müssen euer Angebot perfekt beschreiben. Gleichzeitig müsen sie gut lesbar sein. Achtet auf die Schriftart und Schriftgröße. Gerade unter Designern war es eine Zeit lang Mode, alles klein zu schreiben. Tut das nicht, es erschwert die Lesbarkeit und frustriert eure User. Achtet auf die Schriftgröße, auch im Internet werden die Nutzer immer älter. Vergesst nicht darauf, dass eure Website auch für Smartphones und Tablets optimiert sein muss, da ihr sonst eine schlechtere Platzierung bei Suchmaschinen bekommt.

 

Auch das ist ein Suchmaschinenthema: Eure Bilder müssen angepasst werden. Die Formate müssen passen, die Qualität sollte so gut wie nötig, die Bildgröße (in kB) so klein wie möglich sein. Auch hier muss man die Ladegeschwindigkeit und die Gesamtgröße der Website im Auge behalten. Dieser Bereich beeinflusst den Qualitätsfaktor eurer Website und ist somit nicht unwesentlich beim Ranking.

 

Ein guter Anbieter kümmert sich neben euren Texten auch um die korrekte Bezeichnung eurer Bilder, was auch der Barrierefreiheit dient. Blinden Menschen wird der Inhalt eurer Website vorgelesen. Je besser Bilder beschrieben sind, desto besser ist das Erlebnis für eure Besucher. Gleichzeitig optimiert diese Maßnahme euer Ranking bei den gängigen Suchmaschinen. Diese können Inhalte zwar mittlerweile schon ganz gut analysieren, mögen aber schriftliche Beschreibungen trotzdem sehr gerne.

 

Nehmt euch die Zeit, vernünftige Texte zu schreiben, auch wenn das Verfassen selbiger oft länger dauert, als die Erstellung der Website selbst. Wenn ihr es nicht könnt, lasst euch beraten.  Aber: Verliert euch nicht zu sehr in Details. Irgendwann sollte auch mal Schluss sein und eure Website muss online.

3. Usability

Der Punkt Usability liegt mir persönlich besonders am Herzen, da er immer wieder belächelt wird beziehungsweise vielen Personen nicht einmal bekannt ist. Worum geht es also? Ein Button muss als Button erkennbar sein, genauso wie ein Link als Link. Hellgelber Text auf weißem Hintergrund ist eine genauso schlechte Idee, wie dunkelgrauer Text auf schwarzen Hintergrund. Leider sind derzeit hellgraue Schriften auf weißem Hintergrund angesagt. Lasst die Finger davon! Nochmals zum Thema Barrierefreiheit: Gar nicht wenige Menschen sind farbenblind. Euer Design muss auch in Schwarzweiß funktionieren, erst dann ist es wirklich gut. Achtet auf die Kontraste.

 

Noch wichtiger ist das Thema Usability im eCommerce (bzw. mCommerce = mobile Commerce), also bei Webshops. Hier geht es direkt und unmittelbar um bares Geld. Der Shop muss „narrensicher“ sein. Jeder Punkt soll für sich selbst sprechen. Im Idealfall ist ein grüner Button positiv besetzt (weiter) und ein roter Button negativ. (abbrechen, zurück,…) Lasst die Website oder den Shop von unbefangenen Bekannten testen. Nehmt Kritik ernst!

4. Programmierung & Qualität, Skalierbarkeit

Wieder drei Punkte, bei denen es aus meiner Sicht Sinn macht, sie zusammenzufassen. Programmierung und Qualität zum Beispiel, vermischen sich auch mit zwei anderen Punkten: Usability und Suchmaschinenoptimierung

 

Ist die Website sauber erstellt und lädt schnell, ist die Absprungrate eurer Besucher weit geringer. Das ist nicht nur, aber auch bei Webshops ein wichtiger Aspekt, wo häufig neue Seiten geladen werden.

 

Weiters beeinträchtigt die Ladegeschwindigkeit (Page Speed) auch euer Ranking bei den gängigen Suchmaschinen und zwar in einem größeren Ausmaß, als ihr euch das vielleicht vorstellen könnt.

 

Eine gute Website wird unter 2 Sekunden geladen, dauert das Aufrufen der Seite länger als 4 Sekunden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eure Besucher abspringen.

 

Denkt an die Zukunft! Wollt ihr vielleicht Erweiterungen auf eurer Website? Eine Diashow, Produktbeschreibungen, oder einen Webshop? Plant diese Dinge von Anfang an mit ein und besprecht sie mit eurem Dienstleister oder Programmierer. Ein Relaunch ist kostspielig & aufwendig.

5. Rechtliches

Rechtliche Fragen beginnen schon früher als man denkt: Dürft ihr den gewählten Domainnamen verwenden? Stichwort „Urheberrecht“. Wie steht es um die verwendeten Bilder und Texte?

 

Vergesst nicht auf ein vollständiges Impressum:

Für Österreich: Link Österreich

Für Deutschland: Link Deutschland

 

Laut dem österreichischen E-Government-Gesetz vom 1. Jänner 2008 müssen alle behördlichen Internet-Auftritte in Österreich für behinderte Menschen ohne Einschränkungen zugänglich sein. Im privatwirtschaftlichen Bereich wird das durch das Bundes-Behindertengesetz geregelt. Die Tatsache, dass sich kaum jemand daran hält, bedeutet nicht, dass man das Gesetz ignorieren sollte.

 

Dann wäre da noch die EU-Richtlinie zu sogenannten „Cookies“, die fast jede Website nutzt. Die rechtliche Lage dazu ist unklar und von Land zu Land verschieden. Ich empfehle, einen Hinweis einzubauen, dass die Website Cookies nützt.

 

Wie bereits unter Punkt 1 erwähnt, gibt es Baukastensysteme, die mit dem Deutschen- / Österreichischen- / Europäischen Recht nicht 100% konform sind. Prüft dazu die AGB der Anbieter.

 

In Österreich ist die rechtliche Lage zwar etwas lockerer als in Deutschland, dennoch sollte man rechtliche Aspekte ernst nehmen.

6. Rollout

Im Idealfall wird die Website in einer Testumgebung, jedoch auf dem Server erstellt, auf dem danach auch die finale Website liegt. Damit kann man etwaige Überraschungen ganz gut eindämmen. Ist alles fertig, wird die Testseite auf mehreren Systemen getestet. (Cross-Browsertests) Windows PC’s, Mac’s, Tablets, Smartphones, Chrome, Firefox, Safari, alles wird durchgecheckt. Manchmal muss man danach noch das eine oder andere ändern oder anpassen.

 

Möchtet ihr auch selbst Inhalte anpassen, ist eine Einschulung nötig. Es muss je nach CMS (System / Basis eurer Website) ein Benutzer angelegt werden, der idealerweise zwar Inhalte ändern, aber nichts Gröberes anstellen kann.

 

Wenn nun alle Inhalte auf jedem Gerät optimal ausgegeben werden und alles fertig ist, wird die Website von der Testumgebung in die Echtumgebung geklont bzw. migriert. Die Testumgebung bleibt vorerst weiterhin bestehen, um eventuelle Änderungen zu prüfen. Nun werden alle Tests nochmal mit der „echten“ Website durchgeführt, mit unterschiedlichen Endgeräten und Browsern.

 

Fertig!

7. Wartung & Support, Partner

Fertig? Fast. Wichtig ist die Wahl eines guten Partners für euer Web-Projekt. Mit dem Wissen der oben angeführten Punkte seid ihr gut ausgerüstet um eventuelle Dienstleister auf Herz und Nieren zu testen und schnell die Spreu vom Weizen zu trennen. Der Sohn des Cousins vom Nachbarn, der in der Schule gerade „Programmieren“ lernt, ist für euer Projekt vermutlich nicht die erste Wahl.

 

Wenn eure Website auf einem CMS basiert, sollte diese gelegentlich upgedatet werden. Vielleicht möchtet ihr auch regelmäßige Backups. Euer Partner sollte daher auch zukünftig verfügbar sein und das für euch machen.

 

Wie bereits im ersten Punkt erwähnt: Sucht euch einen Dienstleister, der euch nicht anhängig macht! Engagiert jemanden, der neben seiner Kompetenz auch zuverlässig ist. Er oder sie muss euch außerdem sympathisch sein und ähnlich ticken. Ihr werdet euch oft austauschen und auch nach Abschluss des Projekts wird es immer wieder Fragen oder Änderungswünsche geben.

 

Das ist das Ende, oder?

Na ja… da wäre noch ein zusätzlicher Punkt zu beachten:

Ergänzung: Marketing & Social Media als Multiplikatoren

8. Marketing & Social Media

(Online) Marketing ist ein nicht unwichtiges Thema, wenn eure Website fertig & online ist. Irgendwie muss sie gefunden und gesehen werden. Es können ein paar Wochen bis Monate vergehen, bis ihr durch die gängigen Suchmaschinen gefunden werdet. Für die ist nämlich unter anderem auch das Seitenalter relevant. Habt ihr einen Newsletter? Dürft ihr euren Kunden Mails schicken? Wenn ja – informiert sie! Im Idealfall bietet ihr auf eurer Website Inhalte, die für eure Kunden interessant sind.

 

Natürlich schreibt ihr eure Website URL auch auf eure Visitenkarten und in eure E-Mail Signatur. Vielleicht kennt ihr ein paar Website-Betreiber oder Blogger, die euch verlinken oder jemanden, der euren Link auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter postet. Teilt die Seite auch auf euren Accounts und vergesst dabei LinkedIn und Xing nicht. Passt eure Profile an und hinterlegt die URL eurer neuen Website.

 

Kurzum: Seid euch für nichts zu schade!

 

Möglicherweise steht ein Interview oder eine Reportage an, wo ihr die neue Website erwähnen könnt. Habt ihr einen Blog? Hervorragend – befüllt ihn regelmäßig mit neuen Inhalten von denen eure Besucher profitieren. Auch wenn ihr anfangs das Gefühl habt, für nur 5 Menschen zu schreiben, auch diese werden euch dankbar sein. Eure Inhalte und Texte bleiben dem Internet erhalten, und vielleicht interessieren sie in 2 Jahren bereits 1.000 User. Gleichzeitig wird euer Inhalt auch von Suchmaschinen gesehen und gelistet. Eure Relevanz steigt.

 

Redet darüber! Jederzeit und mit jedem!

 

Suchmaschinenwerbung (kurz SEA): Eine weitere Möglichkeit, im Web gefunden zu werden. Mit Google AdWords könnt ihr eure neue Website oder auch neue Marke/Brand gut und preiswert bewerben. Je nachdem, was euer Ziel ist, können die Anzeigen auf Klicks (und Käufe) oder einfach auf Einblendungen maximiert werden, um euren Bekanntheitsgrad zu steigern. Sprecht mit Experten auf diesem Gebiet, damit ihr euer Werbebudget optimal einsetzen könnt. Wenn ihr keine Ahnung von Google AdWords habt, probiert es nicht selbst. Das kann ganz schnell sehr teuer werden. Lasst euch eine Kampagne erstellen und euch eventuell erklären, wie ihr diese danach selbst betreuen könnt.

 

Erstellt eine Facebook-Unternehmensseite, wenn ihr noch keine habt UND über die zeitlichen Ressourcen verfügt, sie regelmäßig zu warten. Pflegt und aktualisiert sie, so oft ihr könnt. Stellt euer Team vor und postet eure Bloginhalte. Fragt eure Zielgruppe, wonach sie sucht und postet gelegentlich Aktionen, die für eure User interessant sind. Bitte langweilt eure Leser nicht mit ständiger Eigenwerbung. Das funktioniert nicht und wird euch keine neuen Fans bringen.

 

Kauft keine Facebook Fans von dubiosen Agenturen!

 

Mit einem überschaubaren Budget kann man mit Facebook-Werbeanzeigen Fans generieren und sich damit potentielle zukünftige Kunden auf die Seite holen. Ein „echter“ Facebook Fan durch Anzeigen kann zwischen 20 und 90 Cent kosten. Durch regelmäßige Aktualisierungen entsteht ein Vertrauensverhältnis, das eure Fans zu Interessenten und Interessenten zu Kunden macht.

 

Newsletter: Wie bereits oben erwähnt, ist ein Newsletter empfehlenswert. In diesen schnelllebigen Zeiten vergisst man gerne mal auf Unternehmen, von denen man irgendwann gehört hat. Aber übertreibt es nicht. Weder mit der Häufigkeit eurer Newsletter, noch mit der „Subscribe-Anzeige/Einblendung“ auf eurer Website. Nichts nervt User mehr, als Overlays oder einfliegende Blöcke die den Inhalt verdecken. Besonders auf mobilen Endgeräten kann das schon mal die Lesbarkeit stören.

 

 

Ende? Ende.

 

Das waren die wesentlichen Punkte zur Planung und Erstellung einer neuen Website. Hoffentlich hat euch diese Seite weitergeholfen und ihr könnt die Punkte in euren Projekten umsetzen.

 

Was auch immer ihr vorhabt – startet jetzt!

 


Stefan Krajczar (Autor) berät und unterstützt KMU aus vielen Branchen bei der Umsetzung ihrer Webauftritte und Webshops.